Zwischen Plätzchen und Karriere: Warum dein Netzwerk an Weihnachten Gold wert ist

Zwischen Plätzchen und Karriere: Warum dein Netzwerk an Weihnachten Gold wert ist

Es gibt zwei Sorten Menschen auf der Weihnachtsfeier: Die einen stehen mit ihrem Glühwein in der Ecke und hoffen, dass sie niemand auf Smalltalk anspricht. Die anderen kommen mit mehr Visitenkarten nach Hause, als sie vorher dabei hatten. Du musst nicht zur zweiten Sorte gehören, um beruflich von Weihnachten zu profitieren. Aber du kannst den Dezember ziemlich clever nutzen.

„Networking“ klingt schnell nach amerikanischer Elevator-Pitch-Hölle. In der Realität passiert vieles viel leiser: ein kurzer Weihnachtsgruß an eine ehemalige Kollegin, ein Kaffee zwischen den Jahren, eine Nachricht an den früheren Chef. Laut der berühmten Theorie der „Weak Ties“ von Mark Granovetter kommen viele neue Jobchancen eben nicht von den engsten Freunden, sondern von genau diesen loseren Kontakten.[1]

Warum gerade zur Weihnachtszeit deine losen Kontakte spannend werden

Granovetter zeigte schon in den 1970ern, dass schwächere Beziehungen oft wertvoller für neue Informationen und Chancen sind als der enge Freundeskreis.[1] Heute bestätigen aktuelle Analysen von Business-Netzwerken das immer wieder: Jobwechsel, Projekte, Kooperationen – vieles wird über Menschen angestoßen, mit denen man nur ab und zu Kontakt hat.

Spannend für dich: Genau diese Menschen zu kontaktieren fühlt sich an Weihnachten am normalsten an. Ein kurzer „Hey, ist schon wieder ewig her – frohe Weihnachten!“ wirkt im Dezember deutlich natürlicher als im zufälligen März. Gleichzeitig ist die Hürde klein: Niemand erwartet ein einstündiges Catch-up-Gespräch, eine nette Nachricht reicht oft völlig.

Der Bonus: Parallel dazu wächst gerade ein riesiger Markt rund um personalisierte Geschenke und individuelle Aufmerksamkeiten. In den USA wird der Markt für personalisierte Geschenke bis 2030 auf mehrere Milliarden Dollar geschätzt, getrieben vor allem von Millennials und Gen Z, die Wert auf persönliche, sinnvolle Gesten legen.[2] Das zeigt ziemlich klar: Wir hungern nach echtem, individuellem Kontakt – gerade in einer Zeit, in der alles skalierbar sein soll.

Wie du Weihnachtsgrüße als Karriere-Booster nutzt (ohne wie ein Sales-Pitch zu wirken)

Keine Panik: Es geht nicht darum, jedem Kontakt direkt deinen Lebenslauf zu schicken. Eher darum, vorhandene Verbindungen warmzuhalten – menschlich, konkret, ohne Hintergedanken. Dass sich daraus später Chancen ergeben können, ist ein angenehmer Nebeneffekt.

  • 1. Fokus auf echte Verbindungen: Schreib Leuten, mit denen du schon einmal gut zusammengearbeitet hast, nicht wildfremden CEOs.
  • 2. Bezug auf Gemeinsames: Erwähne ein Projekt, ein Meeting oder eine Situation, die ihr teilt.
  • 3. Kein versteckter Pitch: Kein „Falls ihr jemanden sucht…“ im ersten Satz. Erst Beziehung, dann irgendwann vielleicht Business.
  • 4. Kleine Brücke ins neue Jahr: Ein lockerer Vorschlag für einen Kaffee oder ein virtuelles Catch-up im Januar reicht völlig.

Praktischer Tipp: Wenn du deine Kontakte nicht nur im Kopf hast, sondern systematisch pflegst, wird das Ganze deutlich entspannter. Eine App wie HighFive kann dir helfen, berufliche und private Kontakte wie ein dezentes, privates CRM zu organisieren – inklusive Notizen, Meilensteinen und Fotos. So weißt du im Dezember noch, an welchem Projekt du mit Alex vor neun Monaten gearbeitet hast, statt erst alte E-Mails zu durchforsten.

Schritt-für-Schritt-Plan: Dein Weihnachts-Networking in 30 Minuten vorbereiten

Wenn du strukturiert rangehst, reichen 30 Minuten, um dein Weihnachts-Networking aufzusetzen.

  1. Liste mit 15–25 Kontakten erstellen: Alte Kolleginnen, frühere Chefs, Menschen von Projekten, die gut liefen, Mentorinnen, Leute aus Nebenjobs oder Ehrenamt.
  2. Kurz Notizen ergänzen: Was verbindet euch? Gemeinsames Projekt, Stadt, Inside-Joke? Trage das pro Person ein, z.B. als Notiz in HighFive.
  3. Drei Nachrichtentypen entwerfen: Zum Beispiel: „Lange nicht gesprochen“, „Dieses Jahr zusammengearbeitet“, „Schon immer mal treffen“.
  4. Nachrichten personalisieren: Je Kontakt 2–3 Sätze anpassen, ein gemeinsames Detail einbauen, kein Copy-Paste-Spam.
  5. Versand staffeln: Ein Teil in der Adventszeit, ein Teil zwischen den Jahren. So bleibt es für dich und die anderen entspannt.

Studien zu personalisierten Geschenken zeigen, dass individuelle, gut erklärte Gesten deutlich länger in Erinnerung bleiben als generische Aufmerksamkeiten.[3] Genau das kannst du mit gut gemachten Nachrichten erreichen – ganz ohne materielle Geschenke.

Warum dein Netzwerk auch emotional Gold wert ist

Bei all dem Karrierefokus darf man nicht vergessen: Rund um Weihnachten werden Einsamkeit und Überforderung für viele Menschen besonders stark. Eine Umfrage von 2022 ergab, dass 55 % der Menschen sich in der Weihnachtszeit einsamer oder trauriger fühlen.[4] Gleichzeitig empfinden soziale Kontakte viele als zusätzliche Belastung. Ziemlich paradoxer Mix.

Genau hier kommen deine Nachrichten ins Spiel. Sie können berufliche Brücken bauen und gleichzeitig ein Stück Verbundenheit schenken. Eine aktuelle Analyse zu Weihnachtskarten zeigte, dass der einfache Akt des Schreibens und Verschickens für viele Menschen mit positiven Gefühlen verbunden ist – selbst dann, wenn der Effekt auf messbare Kennzahlen (wie z.B. Studien-Teilnahme) gering bleibt.[5]

„Gutes Networking an Weihnachten fühlt sich nicht wie Taktik an, sondern wie ehrliches Interesse – alles andere merkt man sofort.“

Fazit: Einmal bewusst investieren, lange profitieren

Weihnachten eignet sich perfekt, um dein Netzwerk leise, aber wirkungsvoll zu pflegen. Die Forschung zu schwachen Beziehungen, personalisierten Gesten und Einsamkeit zeigt ziemlich klar: Viele Chancen entstehen genau dann, wenn du dich nicht nur meldest, wenn du etwas brauchst.[1][3][4]

Wenn du dieses Jahr 15–20 Menschen eine wirklich persönliche Nachricht schickst, ein paar Kontakte im Januar wieder triffst und dir dazu ein System aufsetzt (zum Beispiel mit einer App wie HighFive), wirst du nächstes Jahr zur selben Zeit merken: Dein Netzwerk fühlt sich weniger an wie ein loses Sammelsurium – und mehr wie ein stabiler, menschlicher Backup-Plan.

Also: Heute Abend Laptop oder Handy auf, drei Namen raussuchen, drei ehrliche Nachrichten schreiben. Der Rest kommt oft von ganz allein.

Quellen

  • [1] Granovetter, M. (1973): The Strength of Weak Ties. Diverse Zusammenfassungen, z.B. Link
  • [2] U.S. Personalized Gifting Market Outlook 2025–2030. Zusammenfassung u.a. bei Yahoo Finance. Link
  • [3] University of Bath (2024): Personalized gifts create lasting emotional connections and enhance self-esteem. Link
  • [4] Public News Service (2023): Loneliness, isolation on the rise around the holidays. Link
  • [5] BMJ (2021): Bah humbug! Association between sending Christmas cards to trial participants and trial retention. Link